BOOSTED ROOMS 
Skulpturen und Malerei von Michael Dekker
26. März - 23. April 2017, Orangerie Schloss Rheda, Rheda-Wiedenbrück

Über die Ausstellung
von Melanie Körkemeier M. A.

Die Skulpturen von Michael Dekker wirken wie sich materialisierende Strukturen, die den Raum unterbrechen, für sich einnehmen und definieren. Sie bauen sich von innen her auf, das Detail wird formgebend und bestimmt den Verlauf des Ganzen.
Die Materialien, die Dekker verwendet, sind vielseitig. (Schicht-)Holz, teilweise lackiert, Bronze, Metall, Kunststoff sowie Fundstücke bauen sich zu erhabenen Gestalten, die Assoziationen an Figuren wecken können, aber weitgehend abstrakt bleiben.
Einzelne Elemente werden der Gesamtform untergeordnet und gebogen, geschnitten oder gefräst. In ihrer ursprünglichen Materialität und Struktur werden sie aber belassen und damit zum Träger des gesamten Ausdrucks.
Ob die Skulpturen eruptiv oder in sich zusammenfallend erscheinen - ob etwas zusammenstürzt oder sich aufbaut/aufbäumt - das hängt teilweise von der Sichtweise des einzelnen Betrachters ab. Häufig haben sie eine nach oben zielende Leserichtung, sind meistens von sehr dynamischer und kräftiger Ausstrahlung und haben dadurch, dass Dekker das Material oft im Rohzustand belässt oder fertige Gegenstände zerschnitten mit einbaut, gleichzeitig ein destruktives Moment.
In einer Skulptur findet sich z.B. ein zerschnittenes Spülbecken. Manche Elemente sind kaum wieder zu erkennen, andere wiederum sofort. Die Skulptur ist, obwohl ein Alltagsgegenstand in ihr zur Kunst wird, kein Readymade. Der Gegenstand findet erst durch seine Umformung und Zersplitterung in vom Künstler definierte Einzelteile seine Berechtigung und wird Teil der künstlerischen Aussage.
Michael Dekker zeigt, dass bestimmte Materialien und bestimmte Oberflächen derart in eine Struktur eingebunden werden können, dass diese dem Objekt Erhabenes verleihen.
Die Ausstellung in der Orangerie präsentiert einen Querschnitt aus der bildhauerischen Arbeit, im
Bleichhäuschen sind Malereien und Grafiken vom Künstler zu sehen.
Der Künstler hat Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf studiert und als Meisterschüler von Anthony Cragg 2013 seinen Abschluss gemacht. Er war Stipendiat des Trustee Programm EHF 2010 der Konrad-Adenauer-Stiftung Berlin und und hat im letzten Jahr bereits im EIGEN + ART Lab Berlin ausgestellt. Zur Zeit kooperiert er mit dem Kunstring Folkwang in Essen, für den er eine Skulpturen-Serie fertiggestellt hat. Michael Dekker ist mit vielen wichtigen Preisen ausgezeichnet und schon mehrfach institutionell ausgestellt worden.

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STRUKTUREN IM RAUM
Karl-Heinz Bogner | Michael Dekker 
15. März - 04. Mai 2014, Kunstverein Radolfzell

Über die Arbeiten von Michael Dekker

Von Clemens Ottnad M. A.   

"Die Blickverschiebungen und Wahrnehmungsverwerfungen, mit denen sich die Arbeiten von Michael Dekker auseinandersetzen, betreffen (...) vorwiegend naturgeschichtliche, insbesondere geomorphologische Erscheinungen. Doch auch hier gilt das Interesse des Bildhauers und Malers den diesen Stoffen – Urstoffen und Urgewalten – zugrundeliegenden Strukturen, der Materialität und Tektonik ihrer Einzelelemente. Gefährlich scharfgratige Formkristallisationen aus Bronze, Aluminium, Stahl, Gips, Multiplex und anderen Werkstoffen nehmen da die grauen Sockel ein, als seien sie das Ergebnis vulkanischer Eruptionen oder anderer immenser Sprengkräfte, um – nur eben erst zur festen Form versteinert – sich umgehend wieder in fluide oder gasförmige Aggregatzustände rückzuverwandeln. Das Charakteristische des eigentlich verwendeten bildhauerischen Materials gerät dabei zugunsten des formalästhetischen Gesamteindruckes vollständig in den Hintergrund: nichts Irdisches scheint ihnen (diesen Erdschichten, Erdgeschichten) mehr eigen, als ihre schrundigen, zersplitterten, ausfasernden Oberflächen die teilweise so starkfarbig gefasst sind, dass sich der Betrachter von Schwefelgift zischenden Bildfeuern bedroht sehen muss, denen es geflissentlich doch besser auszuweichen gälte, obwohl doch bekanntermaßen Pink, Magenta, Neongrün unsere zeitgenössisch kunststoffplastinierte Werbe- und Warenwelt ebenso aggressiv zu bevölkern trachtet."  

Auszug aus: Einführung in die Ausstellung "Strukturen im Raum" im Kunstverein Radolfzell 2014

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